Stellungnahme der FWG Fraktion zur Einrichtung einer IGS im Brohltal
Sehr geehrte Frau Landrätin Weigand,
sehr geehrte Beigeordnete und Kreistagsmitglieder, sehr geehrte Damen und Herren aus dem Brohltal, sehr geehrte Damen und Herren der Verwaltung und der Pressevertretungen, seien sie ALLE herzlich gegrüßt.
Noch selten in meiner 22 jährigen Tätigkeit hier im Kreistag in verschiedenen Positionen und Aufgaben hat ein Thema so hohe Wellen geschlagen.
Der berechtigte Wunsch der Brohltaler für die Einrichtung einer IGS – Integrierte Gesamtschule – im Brohltal, damit auch in der zweitgrößten Kommune unseres Kreises die Möglichkeit geschaffen wird, das Abitur abzulegen. Die kann in Niederzissen durch die Umwandlung der Realschule plus in eine IGS vollzogen werden.
So gesehen eine nachvollziehbare Forderung der Eltern und Kinder bzw. Schülerinnen und Schüler im Brohltal. Das die tlw. langen Fahrzeiten der Kinder mit Umsteigen und Wartezeiten gerade im Brohltal immer wieder für Ärgernisse sorgen, ist bekannt. Unseres Erachtens dürfen diese langen Fahrzeiten am Tag oft bis zu 2 1/2 Stunden nicht unerwähnt bleiben.
Mit einer positiven Entscheidung heute ist das doch ein beginnender Weg, in dem noch viele Entscheidungen notwendig sind, die dem Kreistag dann vorgelegt werden, um weiter zu entscheiden. Ein erster Schritt also, der aber wichtig für die Weiterentwicklung des Landkreises ist.
Landkreis ist ein Stichwort- ja es bedeutet Stärkung des ländlichen Raumes – eigentlich von ALLEN immer wieder gefordert und in den verschiedensten Parteiprogrammen auch niedergeschrieben. Der ländliche Raum wird vernachlässig, dass ist bekannt und erkannt. Gerade auch der voraussichtlich zukünftige Ministerpräsident will ja gerade etwas für die kleinen Gemeinden erreichen damit diese nicht vollständig abgehängt werden.
Ich habe den Eindruck, dass hier gerade die CDU Kreistagsmitglieder, der Kreisstadt Pfründe sichern wollen. Obwohl ja bekannt ist, dass es in der Kreisstadt fünf verschiedene Möglichkeiten gibt das Abitur abzulegen. Die Kreisstadt hat rd. 28.000 Einwohner , das entspricht einem rechnerischen Faktor von 5600 Einwohner je Gymnasium. Der Fairnis halber muss man hierbei die Grafschaft und tlw. die VG Altenahr mitberücksichtigen, die dann den Faktor auf ca. 11500 erhöhen.
An der Rheinschiene leben rd. 45.000 Menschen mit der Möglichkeit ein Gymnasium und eine IGS zu besuchen um hier das Abitur zu erlangen. Der Faktor ist hier 22.500. Hier wurde, wie bekannt ist, das Gynasium Nonnerwerth aufgegeben. Der Adenauer Raum hat einmal die Möglichkeit in Adenau das Abitur abzulegen, der Faktor ist hier 9000. Und das Brohltal mit rd. 19.000 Einwohnern ist wichtig für -Alle- Anderen. Das ist so zu erkennen in den Stellungnahmen einiger Bürgermeister und Schulleiter der verschiedenen Schulen.
Überlegen sie selber wie hier in den ihnen vorliegenden Stellungnahmen argumentiert wird. argumentiert wird! Ja meine Damen und Herren, so kämpft dann jeder für sich und Solidarität einer anderen Kommune gegenüber wird zum Fremdwort oder zur Einbahnstraße. Dabei darf Solidarität keine Einbahnstraße sein. Gerade im Landkreis Ahrweiler müssten wir das wissen.
Johannes Bell, Verbandsbürgermeister im Brohltal und Mitglied des Kreistages, hat in seiner langjährigen Amtszeit noch nie Ablehnungsgründe gegenüber Kollegen bzgl. deren Wünsche zu verschiedenen Schulformen vorgebracht. Er hat immer wieder die Interessen der verschiedenen Gebietskörperschaften mit unterstützt. Man darf aber auch sagen, dass es eher unüblich ist, dass der Kreistag hier Stellungnahmen fordert die als Aufgabe der ADD zu sehen sind.
Frau Landrätin, die Bürgerinnen und Bürger im gesamten Landkreis haben sie vor 4 Jahren gewählt. Sie haben nunmehr die Hälfte ihrer Amtszeit herum. Die FWG hat Verständnis für ihre fokussierte Sicht auf das Ahrtal und ihr Engagement auch nunmehr fast 5 Jahren nach der Flut. Wir wünschen uns allerdings, dass Sie den Landkreis im Gesamten sehen! Die Forderung der SPD- und der FWG-Fraktionen hätte hier ein wesentlich größeres Wohlwollen und Unterstützung ihrerseits verdient. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall.
Heute haben sie an der Veranstaltung – Radeln für mehr Finanzmittel in den Kreisen – in Mainz teilgenommen. Wir strampeln uns ab für eine IGS Brohltal, da auch im Landkreis Ahrweiler liegt und auch verdient hat, dass Kinder und Jugendliche die Möglichkeit bekommen dort das Abitur zu machen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie haben heute die Möglichkeit mit ihrer Stimme den ländlichen Raum zu stärken, indem sie für die IGS Brohltal stimmen. In weiteren Schritten werden in diesem Verfahren noch einiges durch Stellungnahmen und Statistiken auf uns zukommen, die zu bewerten sind. Stimmen sie heute dagegen, ist das Verfahren zu Ende.
Sie hängen damit bewusst den ländlichen Raum und das Brohltal ab!
Friedhelm Münch, Fraktionsvorsitzender der FWG

