FWG-Kreistagsfraktion unterstützt Forderung nach besserem ÖPNV für Marienthal
Verlässliche Mobilität ist Teil der Daseinsvorsorge – auch in kleinen Orten
Die FWG‑Kreistagsfraktion unterstützt ausdrücklich das Anliegen der Bürgerinnen und Bürger von Marienthal, die sich mit einer Petition für eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs einsetzen. Mehr als 1.100 Unterschriften zeigen deutlich: Der Wunsch nach einer verlässlichen, alltagstauglichen Anbindung ist real und wird von vielen Menschen getragen.
Marienthal ist mit seinen 94 Einwohnerinnen und Einwohnern zwar ein kleiner Ort, spielt jedoch eine große Rolle für das Ahrtal – nicht nur als Wohnort, sondern auch als bedeutendes touristisches Ziel. Gerade deshalb darf Mobilität nicht allein an statistischen Schwellenwerten festgemacht werden.
ÖPNV darf kein reiner Schülerverkehr sein
Derzeit ist Marienthal faktisch nur zu Schulzeiten per Bus erreichbar. Außerhalb dieser Zeiten sind die Menschen auf das eigene Auto oder auf Improvisation angewiesen. Für viele stellt das eine erhebliche Einschränkung dar:
für Seniorinnen und Senioren, für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, für Familien ohne Zweitwagen ebenso wie für Gäste und Wanderer, die Marienthal und das Ahrtal besuchen möchten.
Ein funktionierender ÖPNV bedeutet Teilhabe, Selbstständigkeit und Lebensqualität. Er ist kein Luxus, sondern ein wesentlicher Bestandteil moderner Infrastruktur – auch und gerade im ländlichen Raum.
Tourismus muss stärker berücksichtigt werden
In den bisherigen Nahverkehrsplänen wird Marienthal aufgrund seiner Einwohnerzahl außerhalb des Schülerverkehrs nicht berücksichtigt. Aus Sicht der FWG greift diese Betrachtung zu kurz. Der touristische Stellenwert des Ortes, die Bedeutung für das Ahrtal sowie die besondere Situation nach der Flutkatastrophe müssen stärker in die Bewertung einfließen.
Dass zum touristischen Verkehrsbedarf bislang keine belastbaren Daten vorliegen, ist für uns kein Argument gegen Verbesserungen – sondern ein Auftrag, diese Lücke zu schließen und neue, flexible Lösungen zu prüfen.
Gespräche mit der Hochwasserhilfe Marienthal e. V.
Vor diesem Hintergrund hatte die FWG‑Kreistagsfraktion den Vorsitzenden der Hochwasserhilfe Marienthal e. V., Rolf Schmitt, zu einem intensiven Austausch eingeladen. Dabei wurde noch einmal deutlich, wie wichtig eine bessere Erreichbarkeit für den Ort ist – sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner als auch für den Tourismus und den Wiederaufbau der Region.

Fraktionssprecher Friedhelm Münch betont: „Die große Unterstützung der Petition zeigt, dass das Thema viele Menschen bewegt. Wir halten es für notwendig, über klassische Linienverkehre hinauszudenken und auch flexible Angebote wie Rufbusse oder bedarfsorientierte Modelle ernsthaft in Betracht zu ziehen.“
Konstruktive Lösungen statt pauschaler Absagen
Die FWG begrüßt, dass die Kreisverwaltung einen Prüfauftrag an den Verkehrsverbund Rhein‑Mosel (VRM) erteilt hat, um mögliche zusätzliche Busrelationen zu untersuchen. Auch wenn zusätzliche Verkehre mit Kosten verbunden sind, dürfen finanzielle Aspekte nicht isoliert betrachtet werden. Mobilität ist eine Investition in die Zukunft der Region.
Für uns steht fest:
Es braucht kreative, passgenaue Lösungen – abgestimmt auf die tatsächlichen Bedürfnisse vor Ort und offen für neue Mobilitätsformen.
FWG Kreistagsfraktion bleibt an der Seite von Marienthal
Die Petition wird nach Übergabe an die Landrätin im Kreis- und Umweltausschuss am 18. Mai 2026 beraten. Die FWG‑Kreistagsfraktion wird diesen Prozess konstruktiv, kritisch und unterstützend begleiten.
Unser Ziel ist klar:
Marienthal darf nicht abgehängt werden.
Eine lebendige Region braucht Erreichbarkeit – für alle Generationen, für Einheimische wie für Gäste.

